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München, 24. April 2008
Die Teilnehmer des Jahrgangs 2008 des Executive MBA in Communication and Leadership konnten in ihrer siebten und letzten Präsenszeit an der TU München mit einem hochkarätigen Podium über die Möglichkeiten und Grenzen der politischen Kommunikation von heute diskutieren. Zu dem Thema „Glaubwürdigkeitsfalle – Zustand und Perspektiven der politischen Kommunikation“ berichteten Peter Ruhenstroht-Bauer, ehemaliger Staatssekretär, Daniel Friedrich Sturm, Redakteur der Welt und Dr. Daniel Dettling, Vorsitzender der „Think Tank“ berlinpolis, aus ihren Erfahrungen. Die Diskussion der Experten moderierte Leonard Novy, Projekt Manager der Bertelsmann Stiftung.
Bedeutend sind die Einschätzungen des Podiums besonders vor dem Hintergrund der zunehmenden Inszenierung der Politik in den Medien. Mit dieser Art der Vermittlung von Politik in der Öffentlichkeit riskieren Parteien und Politiker ihre Glaubwürdigkeit zu unterlaufen. Der heutige Vertrauensverlust der Bevölkerung basiert nach Einschätzungen von Daniel Dettling darauf, dass Erklärungen nach Innen und Außen erst auf Handlungen folgen. Dieses bürge die Gefahr, Entscheidungen zu rechtfertigen, jedoch nicht Ziele und Visionen zu vermitteln.
Auch die Bedeutung von Kommunikationsprofis, die den politischen Prozess von Anfang an mitverfolgen und adäquat nach Außen kommunizieren, betonen die Experten. Kommunikation in der Politik müsse auf Krisen vorbereitet sein und aktiv mit der Öffentlichkeit umgehen. Für Daniel Friedrich Sturm ist die Rolle der Medien in der Politik nicht die des Stimmungsmachers, sondern als Vermittler von Inhalten und Botschaften. Er sieht eher die Gefahr in dem Bedeutungsverlust des Print und dem Boom des Online-Journalismus. Zu schnell müssten Online-Journalisten Nachrichten veröffentlichen - vor der Mittagspause - „weil in der Mittagspause erfahrungsgemäß viel geklickt wird“. Das geht zu Lasten der gründlichen Recherche.
Für aktive politische Kommunikation ist das Medium Internet jedoch noch nicht ausgeschöpft. Darin sehen auch Politiker und Parteien die Zukunft des Wählergewinns. Einig sind sich am Ende der Diskussion das Podium und die Teilnehmer, dass sich Politik auf Inhalte konzentrieren sollte. Der Inhalt muss vor dem Effekt stehen, weshalb oft weniger mehr ist. „Botschaften und nicht Schmuck“, war einstimmig die Meinung des Abends. Wenn Politiker dann auch noch den Ratschlag von Daniel Dettling befolgen: „Walk the Talk“, also Versprechen zu halten und entsprechend ihrer Worte zu Handeln, schöpfen die BürgerInnen wieder Vertrauen in die Politik.
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