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Bayerns Wissenschaftsminister Goppel fordert mehr Kommunikationskompetenz in Führungspositionen


Gütersloh, 2. Juni 2005

Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel hat die deutschen Hochschulen aufgefordert, Akademiker stärker zu befähigen, ihr Fachwissen der Öffentlichkeit zu vermitteln. "Je größer die Führungsverantwortung einer Person, desto wichtiger ist ihre Kommunikationskompetenz", sagte der Minister bei einem Festakt der Qualifizierungsinitiative "¡communicate!" in München: Manager, Politiker und Lehrer in Deutschland seien oft nicht in der Lage, sich ihrem Publikum verständlich zu machen. Abhilfe schaffe da der neue Studiengang "Executive MBA in communication and leadership" an der TU München, lobte Goppel. Das Programm wurde von der Hochschule gemeinsam mit "¡communicate!" konzipiert; an ihm sind neben der Bertelsmann Stiftung auch die Heinz Nixdorf Stiftung und der DaimlerChrysler-Fonds beteiligt.



Der neue Studiengang begann Anfang Mai und richtet sich an Führungskräfte mit Berufserfahrung. Er soll Kommunikationsmanagern zu grundlegenden Wirtschaftskenntnissen und General Managern zu mehr Kommunikationskompetenz verhelfen. "Wir wollen erreichen, dass die künftige Managergeneration nicht nur die Betriebswirtschaftslehre beherrscht, sondern ihre Entscheidungen auch in verständlicher Weise strategisch vorausschauend vermitteln kann", begründete Heribert Meffert, Vorsitzender des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung, ihr Engagement für die Qualifizierungsinitiative. Angesichts eines sich verschärfenden globalen Wettbewerbes müssten deutsche Universitäten praxisnäher ausbilden, ergänzte TU-Präsident Wolfgang Herrmann: "Akademische Flexibilität bedeutet, sich laufend auf den Bedarf der Wirtschaft und der Studierenden einzustellen."


Dass hier noch manches im Argen liegt, war Tenor eines Fachsymposions, das dem Festakt vorausging. Im Bereich Public Relations sei die Lage "desaströs", klagte Romy Fröhlich, Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München: Vor der Einführung des neuen "Executive MBA" sei nirgends in Deutschland eine "systematische PR-Ausbildung" angeboten worden. Ein solcher Studiengang dürfe sich aber nicht auf die Vermittlung von Arbeitstechniken beschränken, sondern müsse "interdisziplinär und zukunftsorientiert" angelegt sein, verlangte Fröhlich.



Dies werde vom Curriculum des "Executive MBA" gewährleistet, betonte Holger Sievert, Projektmanager von "¡communicate!": In die Konzeption des Lehrplans seien Erfahrungen der PR-Branche ebenso wie Wünsche der Zielgruppe eingeflossen, die mit einer Umfrage unter 500 Führungskräften ermittelt wurden. Die Qualifizierungsinitiative hoffe, dass diese "Initialzündung" von anderen deutschen Universitäten aufgegriffen werde und dort ähnliche Studiengänge entstünden.



Denn die Bedeutung von Kommunikation wachse stetig nicht nur im Kontakt von Firmen mit der Außenwelt, sondern auch innerhalb der Unternehmen, hob Joachim Klewes, Geschäftsführer der Düsseldorfer PR-Agentur "komm:passion group", hervor: Je häufiger Unternehmen umstruktiert würden, desto stärker müssten Mitarbeiter über die geplanten Veränderungen informiert werden, um sie nicht zu demotivieren. Der in diesem Kontext eingeführte Begriff "Change Prozess" sei mittlerweile jedoch durch inflationären Gebrauch entwertet, merkte Sievert an: "Change Prozesse laufen meistens besser, wenn man sie nicht so nennt."



Ein weiterer Tagungsbericht ist im aktuellen Newsletter der Qualifizierungsinitiative "¡communicate!" erschienen und ist hier abrufbar.




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Claudia
Paul-Helten
Executive Director
TU München
+49 (0) 89 - 28 92 84 73



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